Zwei Junge Europäische Föderalisten aus Thüringen besuchten am 14.-16. Januar 2011 das Seminar zur europäischen Entwicklungspolitik in Köln. Die Veranstaltung wurde von der Europäischen Akademie und den JEF Nordrhein-Westfalen angeboten.

Als Eingangsrefenrent berichtete der Bonner Siegfried Pater aus seiner über 40-jährigen Tätigkeit in der Entwicklungsarbeit für Brasilien. Er zeigte dabei anschaulich die Probleme in dieser Arbeit und Chancen und Perspektiven für eine erfolgreiche Unterstützung schwächer entwickelter Staaten auf. Am Folgetag berichtete der ehemalige Referatsleiter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Christian Wilmsen von der deutschen Entwicklungsarbeit in Südamerika. Die Kamerunerin Florentine Tsagué von der Universität Siegen richtete ihren Blick auf den afrikanischen Kontinent und betonte die besondere Verantwortung Europas für diese Erdregion. Diese begründe sich allein schon aus der gemeinsamen Kolonialvergangenheit. Während der Unabhängigkeitswelle auf dem schwarzen Kontinent ab den 1960er Jahren überließen die alten Eroberer den neu gebildeten Staaten eine Vielzahl an Problemen und Schulden zurück, die die Länder bis heute nachhaltig belasten. Abschließend wurden die jungen Europäer über das Kinderhilfswerk Casa Alianza und seine Tätigkeit in Guatemala ins Bilde gesetzt.


Begleitet wurden die Referate von Workshopphasen, die als ein Auftakt für den entwicklungspolitischen Teil der aktuelle Programmdebatte des Bundesverbandes dienen. Erste Ergebnisse wurden am Sonntag auf dem Bundesausschuss präsentiert. Dieser tagte zudem neben den Berichten aus dem Bundesvorstand und der Europaebene zu den aktuellen Geschehnissen in Ungarn und Tunesien. Im Rahmen der Ratspräsidentschaft der Magyaren findet in Budapest eine Konferenz der europäischen Jugendverbände statt, für diese die JEF für einen Boykott wirbt, sollte die jüngste Novelle des dortigen Presserechts nicht zurückgenommen werden. Weiterhin solidarisiert sich der Verband mit der Protestbewegung in Tunesien.

Ein fiskalpolitisches Papier präsentierten Mitglieder aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Sie fordern die Implementierung von Blue Bonds, die eine weitere Integration der Stabilitätspolitik bringen und bereits prophylaktisch staatshaushalterischen Krisen wie etwa in Griechenland und Spanien entgegenwirken. Dieser Antrag wurde ebenfalls im Rahmen der Verbandsdebatte in die Landesverbände gegeben.

Abschließend bewerteten unsere beiden Vertreter Martin Luckert und Niklas Rodenhausen das Wochenende als einen wichtigen Schritt in der programmatischen Ausrichtung der JEF Deutschland.