Jubel in Ljubljana. Die kroatische Ministerpräsidentin Kosor und der slowenische Ministerpräsident Pahor haben am Freitag eine Einigung im Grenzkonflikt bekanntgegeben. Dies stellt ein entscheidener Fortschritt in den Beitrittsverhandlungen Kroatiens dar. Slowenien will seine Vetodrohung zurückziehen. Im Konflik ging es im Kern um die Bucht von Piran , die Slowenien als Ganzes für sich beansprucht hatte, Kroatien in Berufung auf die UN-Seekonvention die Hälfte.
Wie bei vielen anderen Konflikten in der Region auch, kann auch hier wieder vor allem der völkerrechtlich umstrittene Zerfall Jugosslawiens als Erklärung gesehen werden. Alle Verhandlungen und Bemühungen des Erweiterungskomissars Rehn scheiterten in der Vergangenheit. Letztens brachen die Verhandlungen am 15. Juni ab. Die nun in Ljubljana erzielte Einigung sich einem internationalen Schiedsgericht unterwerfen zu wollen, wiegt daher aus einer Pro-Erweiterung-Sicht doppelt positiv. Es deutet darauf hin, dass Slowenien – wohl auf europäischen Druck – Kroatien sehr weit entgegen gekommen ist.
Noch muss das slowenische Parlament der Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen zustimmen, Kroatien als 28.Mitglied der EU wird aber immer wahrscheinlicher.
niklas kramer
Oktober 4, 2009 at 3:45 nachmittags
Ich verstehe nicht dass man Slovenien so schnell in Europa aufgenommen hat; schliesslich sind sie auch an den Streit mitbeteiligt und schuldig.Die Aufnahme Kroatiens in der EU wurde deswegen immer wieder verschoben; es muss noch einen anderen Grund fuer diese Aufschiebung geben.Sind die Slowenen vielleicht bessere Menschen als die Kroaten ? Ich bin franzose und rege mich auf wenn ich sehe dass Staaten wie Romaenien, Bulgarien, Ungarn, Slowenien und andere aufgenommen werden und bei Kroatien wird einen richtigen Zirkus veranstaltet. Kroatien muss schnellstens aufgenommen werden und wenn nicht, muessen all diese genannte Staaten wieder herausgenommen werden.Amen !
Oktober 6, 2009 at 7:32 nachmittags
Ja ich habe gestern eine Diskussion gehabt mit einer Kroatin und ihrer Mutter. Naja diese fand in einem gebrochenen English statt und war vielleicht nicht sehr konstruktiv, gleichwohl habe ich den Zorn gespürt den Kroaten aufgrund all dem ganzen Hin und Her spüren und wahrscheinlich wohl spüren müssen. Dass deren Premierminister von einem Tag auf den nächsten zurueck getreten ist, scheint für viele ein Zeichen für einen Kuhhandel und Ausverkauf von kroatischen Interessen zu sein.